No-Theater-Elemente, klassisches Sprechtheater und experimentelle Performance gingen eine spannungsreiche Verbindung ein. (Neue Presse)

In der Produktion “Das Traumkissen“ folgt COMMEDIA FUTURA einer alten chinesischen Fabel, die der japanische Autor Yukio Mishima in unsere Zeit versetzt hat.

Durch Mishimas Stück “schläft“ sich die Hauptfigur, ein junger, verwöhnter, lebensmüder Mann unserer Tage. Er bettet sich auf das magische “Kissen“, welches ihn in verschiedene Traumwelten entführt. In rasch aufeinanderfolgenden Bildern erreichen ihn die Lebensverführungen, Liebe, Lust, Reichtum und Macht, denen er zu widerstehen hat.

“Das Traumkissen“ war ein Versuch und eine Herausforderung für das Ensemble, sich dem klassischen Sprechtheater zu nähern, ohne dabei den eigenen experimentellen Anspruch aus den Augen zu verlieren.

Mit der Arbeit an dem Stück verbindet sich für COMMEDIA FUTURA der Wunsch, dem Publikum eine bunte, gegenwärtige Bildergeschichte zu erzählen, an der Nahtstelle zwischen bildender und darstellender Kunst, im Spannungsfeld zwischen Theater und Experiment.

 

 


Premiere am 15. Mai 1986,
insgesamt 1 Aufführungen zwischen dem 15. Mai 1986 und 15. Mai 1986

COMMEDIA FUTURA OnTour:
15. Mai 1986 Neues Deutsches Off-Off-Theater/ Künstlerhaus Hannover

Ensemble


Konzept: Michael Habelitz, Wolfgang A. Piontek
Inszenierung: Michael Habelitz,Christa Spolvint
Bühne: Wolfgang Denker, Frank Fuhrmann
Kostüme: Helga Bretschneider, Ursula Schnatmeier, Martina Schütte
Lichtdesign: Wolfgang Denker, Frank Fuhrmann

Neue Presse | 21.05.1986
Märchenhafte Theaterreise auf einem Traumkissen
von Andreas Lueg

„Ein Kind ist geboren - aber warum hat er den Mutterleib gegen einen schlechteren Platz vertauschen wollen, der kleine Idiot?“ Zum zynischen Dialog auf der Bühne gab ein Baby im Rambergsaal prompt seinen Kommentar - es weinte. Die großen Zuschauer dagegen applaudierten der Gruppe „Commedia Futura“ am Ende ihrer „Traumkissen“-Aufführung gleich mehrere Minuten lang.

Der sündige Mensch begegnet einem guten Geist und wird geläutert: Dieses uralte Märchenmotiv liegt der chinesischen Fabel zugrunde, die der japanische Autor Yukio Mishima modernisiert und mit Figuren aus unserer Zeit besetzt hat. Die hannoversche Theatergruppe wiederum destillierte daraus ihre neue Produktion - „und zwar vor dem großen Mishima-Boom in den Medien“, wie Wolfgang Piontek von „Commedia Futura“ betont.

Ihr „Traumkissen“ sind Szenen eines Männerlebens: Jiro ist jung, verwöhnt und lebensmüde. Frauen, Geld, Macht-während ersieh durch ein Stationen-Drama seiner Sehnsüchte schläft, erscheinen dem frustriertep Helden Traum? Gespinste von seelenreinigender Wirkung. Zu guter Letzt kann er sagen: „Ich will leben."

„Wenn du spielst, verändert sich dein Schatten“ - „No“-Theater-Elemente, klassisches Sprechtheater und experimentelle Performance gingen eine spannungsreiche Verbindung ein. In der präzisen Choreographie einerseits, im gelegentlichen Dialog-Leerlauf andererseits zeigten sich Stärke und Schwäche von „Commedia Futura“.

Die suggestiven Bühnen-Bilder aus Körpern und Farben jedenfalls waren allein den Abend wert. Ein Experiment mit Fortsetzung?

Plakat:
Das Traumkissen
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