Samstag, 23. November, 11-16 Uhr & Sonntag, 24. November, 10-15 Uhr

Wege zum Bühnen-Ich / Workshop mit Luzia Schelling

In der spielerischen Auseinandersetzung mit Geschichten, Erinnerungen und erlebten Episoden kommen wir dem auf die Spur, was „Identität“ ausmacht, und erproben, wie sich Wirklichkeit auf der Bühne verwandeln kann — denn wir sind die Geschichte, die wir über uns erzählen!
Dabei erkunden wir auch Möglichkeiten und Grenzen von Körper und Stimme im Raum und üben, aufeinander zu reagieren. Erfundene, vorgefundene und persönlich erlebte Geschichten werden zum gemeinsamen Spielmaterial. Dadurch entstehen überraschende Situationen, Vielschichtigkeit auf der Bühne und jede Menge Spaß!
 

Luzia Schelling, Ausbildung an der Berliner Schule für Schauspiel nach ihrem Literatur- und Philosophiestudium. Stationen Ihrer Bühnentätigkeit sind die Stadttheater von Freiburg, Lübeck, Bremen, Essen, u.a., sowie Zusammenarbeit mit den freien Theatern ASPIK, COMMEDIA FUTURA, Futur3. Regelmäßig eigene Regiearbeiten und theaterpädogische Projekte.

 

Allgemein:

Die Workshop-Reihe „Endless Me“ von COMMEDIA FUTURA orientiert sich an dem Filmklassiker „Endless Poetry“ des legendären Autors, Schauspielers und Filmemachers Alejandro Jodorowsky und fragt im Kern danach: Wie werde ich, wer ich bin?

Die Workshops finden jeweils an 2 Tagen statt, es wird je eine Pause geben, die reine Workshopdauer sind 4 Stunden.Die Workshopteilnahme kostet 80 Euro/ ermäßigt 60 Euro  pro Workshop, für Schüler*innen ist die Teilnahme kostenfrei. Bei Interesse schicken Sie uns bitte einfach eine Mail an theater@commedia-futura.de, dann bekommen Sie alle weiteren Infos.

 

 

 

 

 

 


insgesamt 2 Aufführungen zwischen dem 23. Nov 2019 und 24. Nov 2019

Hannoversche Allgemeine Zeitung | 29.10.2019
Die Welt ist ein Zirkus
von Jan Fischer

 

In der Eisfabrik begibt sich die Commedia Futura mit „Endless Poetry“ auf die Spuren von Alejando Jodorowsky

Festlich gekleidete Männer schleichen mit Plastiktortendurch das Foyer der Eisfabrik. Frauen in Dienstmädchenuniformen flüstern den Besuchern Rätselsätze wie „Ich bin ein Spiegel, der nur dich reflektiert” zu. Leichter Lounge-Jazz wabert darüber hinweg.

Schon bevor „Endless Poetry“ beginnt, wird eine surreale, eine leicht bedrohliche Atmosphäre gesetzt. Die Bilder sind dem gleichnamigen Film des nimbusbehafteten Regisseurs Alejandro Jodorowsky entnommen. Zwei seiner autobiografischen Werke werden an dem Abend adaptiert: der Roman „Wo ein Vogel am schönsten singt" sowie der Film „Endless Poetry". Vorher gibt es eine Einführung in die Gedankenwelt des chilenischen Regisseurs. Denn im Fahrwasser seiner mit albtraumartig verrätselten Bildern arbeitenden Filme entstanden auch eine Rekonstruktion der Karten des „Tarot de Marseille ", sowie therapeutische Ansätze, die der Regisseur „Psychomagie" nannte.

Die Zuschauer müssen erst einmal Gedichte aus Schnipseln von Jodorowskys lyrischem Werk mit Klebstiften auf einem weißen Blatt neu arrangieren, werden einzeln besungen oder bekommen eine Tarotkarte interpretiert. So vorbereitet geht das Publikum die Inszenierung von Wolfgang Piontek anschauen, die, wiederum in eigenartigen Bildern aus Jodorowskys Filmen verschlüsselt, versucht anhand der beiden autobiografischen Werke das Leben des Regisseurs nachzuerzählen.

Darsteller kommen aus einem Kühlschrank gekrochen, die Welt ist ein Zirkus, in dem Menschen Tiere sind, ein Gekreuzigter zerrt sich mit Kreuz über die Bühne, der Vater, oder: Zirkusdirektor, ist gewalttätig, Poesie ist Freiheit und manchmal fallen Sätze, die irgendwie treffend zu sein scheinen: „Das Nirvana sind leuchtende Exkremente einer Schildkröte, die Glühwürmchen verschluckt hat."

Reigen aus surrealen Bildern

Das Ensemble der Commedia Futura versucht sich mit „EndlessPoetry" dem Gefühl anzunähern, das Jodorowskys Filme vermitteln: ein Reigen aus surrealen, brachial archaischen Bildern, immer kurz davor, möglicherweise etwas zu bedeuten, aber nie wirklich entschlüsselbar. Wie ein Blick auf Albträume eines Fremden: Man versteht, dass es Albträume sind, nur nicht, warum. Die Einlasssituation mit den geflüsterten Sätzen und den Plastiktorten hat durchaus etwas Jodorowskyhaftes, während der sehr kurzen Mini-Workshops fällt das stark ab. Die Inszenierung selbst verlässt sich auf Rätselbilder, die auch mit der Workshop-Vorbereitung kaum entschlüsselbar sind. Sie schafft es aber auch nicht, diese Bilder zu einer Albtraumwelt zu verstricken, deren Bildwelt man folgen möchte. Stück für Stück wirkt die Inszenierung so immer beliebiger, verliert sich in Bildern, bemüht sich dann wieder forciert um die Geschichte, kriegt nichts davon so richtig zusammen und vergisst dabei auch den großen Schockwert zu reproduzieren, den Jodorowskys Filme immer hatten und nach wie vor haben.

Rätsel und Enttäuschung

Der insgesamt dreistündige Abend mag etwas für Jodorowsky-Profis sein, die hier und da ein Lieblingsmotiv erkennen, er mag auch etwas für Menschen sein, die mit Sekundärliteratur bewaffnet die sicherlich sehr intensive Beschäftigung des Ensembles mit dem Regisseur nachvollziehen möchten. Für alle anderen reiht sich - nach dem Einlass - Enttäuschung an Rätsel an Beliebigkeit. Bis die Bühne die Wirklichkeit nicht transformiert hat, sondern dort nur eine große Leere gähnt.

 

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Kontakt

COMMEDIA-FUTURA
Seilerstraße 15F
30171 Hannover
T (0511) 81 63 53
theater@commedia-futura.de

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