Welche ungeheures Ereignis ist der Tod der Mutter!... so begann der Ankündigungstext, der an dieser Stelle stehen sollte. Nun hat sich im allernächsten persönlichen  Umkreis unseres Ensembles ein Todesfall ereignet, der es uns unmöglich macht, die letzten drei Vorstellungen wie geplant zu spielen. Es ist ein doppelter Verlust, und wir sind untröstlich. Wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen sehr, daß es im kommenden Jahr ein Wiedersehen gibt: Mit den wunderbaren Mitwirkenden Erin Poole, Luzia Schelling und Ben Landbsberg - und natürlich mit diesem Stück, das uns am Herzen liegt und auch beim Publikum entsprechend bewegt aufgenommen wurde.

Gefördert von: Landeshauptstadt Hannover, Region Hannover, S-Hannover-Stiftung

 

Ensemble


Mit Ben Landsberg, Erin Poole und Luzia Schelling
Künstlerische Leitung/Inszenierung/Bühne: Wolfgang A. Piontek
Choreographie/Tanz: Ben Landsberg
Dramaturgie: Peter Piontek
Regieassistenz: Michaela Höll
Kostümdesign: Sabine Mech
Video: Volker Schreiner
Lichtdesign: Wolfgang Denker


Hannoversche Allgemeine Zeitung | 06.06.2017
Bewegte Reisebilder
von Thomas Kaestle

Die Commedia Futura macht sich in „post mortem" tänzerisch auf die Suche nach den Müttern
Es ist ein Thema, in dessen weitem Assoziationsraum sich zwangsläufig jeder positioniert: Das Theaterkollektiv Commedia Futura widmet sich in der Eisfabrik mit der Tanzperformance  post mortem dem Tod der Mütter.
Der kanadische Choreograf Ben Landsberg hat gemeinsam mit Regisseur Wolfgang Piontek und Dramaturg Peter Piontek biografische
Erfahrungen zu einer bewegten Meditation über Kindsein und Abhängigkeit, Geborgenheit, Abschied und Einsamkeit entwickelt.

Leben und Tod als Metaphern
Gaye Savage, Eva und Ingrid Piontek, die Mütter der drei Theaterschaffenden, sind alle zwischen 2014 und 2016 gestorben. Die ursprüngliche Idee einer sehr persönlichen Produktion als Widmung verwarfen die drei zugunsten einer Folge von Szenen, die sich dem Publikum mit einer Fülle gedanklicher und emotionaler Anschlussmöglichkeiten öffnen.
Landsberg selbst spielt den Sohn, dessen sterbende Mutter wird von der kanadischen Tänzerin Erin Poole und der Schauspielerin Luzia Schelling verkörpert. Alle drei agieren bedacht und präzise - der Eindruck von Zärtlichkeit überwiegt den von Verzweiflung oder Wut bei Weitem.
Leben und Tod spiegeln sich in Reisemetaphern - wiederkehrendes Motiv ist die wandfüllende Projektion einer Fahrt durch schwarz-weiße Landschaften. Dabei deutet der Videokünstler Volker Schreiner in der Mitte einen Falz an. Daran teilt sich wie in einem aufgeschlagenen Buch das Bild in zwei Seiten, deren Motive verwandt, jedoch nicht identisch sind. Auch in  den subtilen Tanzminiaturen geht es oft darum, wie sich Mütter und Sohn zueinander verhalten, wie sie sich ergänzen und abstoßen, sich umkreisen, miteinander und gegeneinander fort bewegen.

Starke Szenen der Ablösung
Das Ensemble findet immer wieder starke Bilder für Kälte, Schutzlosigkeit und Entfremdung. Wenn Landsberg am ganzen Körper zitternd beginnt, sich erst die Zähne zu putzen und dann gleichzeitig zu rauchen, erzählt er von der Durchdringung seiner Bedürfnisse, Pflichten und Abhängikeiten. Ein Körperumriss, mit Kreide auf den Boden skizziert, demonstriert Abstraktionsprozesse zwischen Menschen und ihren Abbildern. Und wenn sich die Szenerie nach dem Tod der Mutter in eine ferne Bergwelt verwandelt, meint man Gletscher kalben zu hören, Es ist ein Geräusch der Ablösung, ein rohes, gewaltiges, endgültiges - und der Beginn einer neuen Reise.

Weitere Termine: Heute. Sonnabend, 27. Mai. sowie am 8. bis 10.. 15. bis 17. und 22. bis 24. Juni jeweils 20 Uhr,

 

Kartenservice

POST MORTEM // - keine Vorstellung -
Termin

Fr 23.06 20:00 Uhr

Eintritt


Freier Eintritt mit HannoverAktivPass und Eisfabrik-Freundeskreiskarte


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Seilerstraße 15F
30171 Hannover
T (0511) 81 63 53
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