… witziges Spiel mit der Psyche von Mann und Frau. (Nordwestzeitung Oldenburg)

... schwungvoll, gut komponiert und oft sehr witzig. (Neue Presse)

Ständig erfahren die einzelnen Szenen eine Steigerung ... die den Zuschauer kopfüber in eine Mischung aus Schrecken und Spaß stürzt. (Hannover Allgemeine Zeitung)

Ein sehr offenes, eigenwilliges Stück welches sich zuweilen bis zur Groteske steigert. (Deister-Leine-Zeitung)

Frauen sind die besseren Männer, heißt es. Wie gut Marcia Bittencourt und Åza Thelandersson als Männer und Machos sind, zeigen sie in dieser Produktion. Denn natürlich dürfen die Männer auch in einem Stück nicht fehlen, dessen Thema in erster Linie der Frauen Leben und Liebe ist. Die Formen weiblicher Selbstdarstellung kulminieren in einem exaltierten Solo von Monika Matting.

Die Inszenierung von Gregor Weber lässt tänzerische und spielerische Elemente zu einer grotesken Szenencollage von ganz eigenem Witz zusammenfließen. Es sind Versuche über ein Frauenleben zwischen Geburt und Grab, bei dem die hehren Ansprüche an das Leben und banaler Alltag nah beieinander liegen.

Das Stück wurde geboren aus dem Geiste der Improvisation und der Lust an Spiel und Verwandlung.


Premiere am 22. Sep 1995,
insgesamt 42 Aufführungen zwischen dem 22. Sep 1995 und 01. Dez 1996

COMMEDIA FUTURA OnTour:
23. Aug 1996 Arena 1 – Theaterfestival freier Niedersächsischer Theater 1996/ Theaterwerkstatt Hannover
24. Aug 1996 Arena 1 – Theaterfestival freier Niedersächsischer Theater 1996/ Theaterwerkstatt Hannover
27. Aug 1996 Rotebühltreff/ Rotebühlplatz Stuttgart
28. Aug 1996 Rotebühltreff/ Rotebühlplatz Stuttgart
16. Okt 1996 7. Oldenburger Frauenkulturtage 1996 Oldenburg
09. Nov 1996 Scenekunstfestival Arhus Arhus, DK
10. Nov 1996 Scenekunstfestival Arhus Arhus, DK

Ensemble


Konzept: Gruppe
Inszenierung: Gregor Weber
Regieassistenz: Ariane Skupch
Bühne: Wolfgang A. Piontek
Kostüme: Stefanie Deitert, Elke Freitag, Kathinka Van Volxem
Musik: Gerd Jacob
Lichtdesign: Wolfgang Denker

Bild | 21.08.1996
Ein Frauentrio tanzt - Bitte nicht füttern!
von Jörg Worat

Ein Traum für Theaterfans: Sieben Ensembles zeigen in acht Tagen fünfzehn Aufführungen. Vom 23. bis 30. August ist dieses Monster-Programm mit niedersächsischen freien Theater-Gruppen im Pavillon und in der Theaterwerkstatt zu sehen. „Arena 1“ heißt das brandneue Festival, das laut Organisatorin Cornelia Bol ho „wunderbar zeigt, was die freie Szene zu bieten hat“. Jeden Abend gibt’s zwei Vorstellungen. Auftakt: Die Kulturetage Oldenburg zeigt die irrwitzige Deutschland-Revue „Wendetanz“ am 23. August, 19 Uhr, im Pavillon. Gleich danach um 22 30 Uhr tanzt ein Frauentrio der hannoverschen Commedia Futura das erfolgreiche Stuck „Bitte nicht füttern", das Geschlechterrollen auf die Schippe nimmt. Ein ganz besonderes Projekt: Alle Gruppen erarbeiten unter der Regie des Japaners Saburo Shimudo wahrend der Festival-Woche das Gemeinschafts-Projekt. Ein künstlerischer Austausch der ungewöhnlichen Art!

Simone David | 09.08.2016
Szenen eines Frauenlebens
von Simone David

Vor einem einsam angestrahlten Papierkokon sitzt eine Frau. Sie dreht dem Publikum den Rücken zu und bewegt ihren Oberkörper mit einem leichten Wiegen hin und her. Leise raschelnd kommt jetzt auch Bewegung in den Kokon, und während sich mit unbeholfenen Bewegungen Stück für Stück ein nacktes Wesen aus der papiernen Hülle schält, schreitet im Hintergrund eine krummgebeugte Gestalt mit vorgerecktem Kinn die rückwärtige Bühnenwand ab. Alles geschieht in einem gleichmäßigen Zeitlupentempo und ist dennoch geprägt von einer starken, inneren Spannung. Am Ende löst sich die Szene auf in eine Darstellung von Geburt, Jugend und Alter, und der Zuschauer, bereits jetzt gefesselt, wird in den kommenden achtzig Minuten seine Aufmerksamkeit nicht mehr abwenden von einem Stück, dessen Verlauf und Thema in diesem komprimierten Anfangsbild schon zusammengefaßt sind. „Bitte nicht füttern" ist sein Titel, und unter der Regie von Gregor Weber befaßt sich diese jüngste Produktion der „Commedia Futura“ in einer ebenso impulsiv wie streng choreographiert wirkenden Szenencollage mit einem Frauenleben zwischen Geburt und Alter, so wie es „Frau“ sieht und vor allem empfindet. Denn die Grundlage des Stückes lieferten mit einer selbst getroffenen Auswahl an Texten die drei Darstellerinnen Moniku Matting. Marcia Bittencourt und Aza Thelandersson. Doch das ist nur ein. kleiner Teilaspekt, viel entscheidender ist die Lust der Schauspielerinnen an Improvisation und bedingungsloser Selbstdarstellung, ist ihr Wille zur (scheinbar) schamlosen Ausbeutung ihrer Innerlichkeit und ein bewundernswerter Mut zu Häßlichkeit und manches Mal auch brutaler Deutlichkeit. So entstand ein Bilderreigen, der, wohlabgestimmt mit dem ebenso schlichten wie wirkungsvollen Bühnenbild von Wolfgang A.Piontek, den Zuschauer immer wieder aufs Neue zu packen verstand mit seinen Wechseln von schmerzhafter Drastigkeit zu dramatischer Komik. Sei es die Darstellung der Mädchen, die sich von einem Moment auf den anderen von fröhlich durchemander-quasselnden Goren in kleine Biester verwandeln, seien es die verführerisch ausgestellten Schönen, die, mit geziert aufgesteUtem Bein und vorgerecktem Busen, sich unmerklich aber unaufhaltsam in schrecklich verzerrt grimassierende Fratzengesichter verwandeln. Immer erfahren die einzelnen Szenen und Bilder eine Steigerung (sehr schön unterstrichen durch die Musik von Gerd Jacob und das Licht, von Wolfgang Denker), die jeden Spaß am gefälligen Bild zunichte macht, und den 2uschauer kopfüber in eine Mischung aus Schrek-ken und Spaß stürzt. Aber auch die Männer bekommen ihr Fett, werden sie doch in einer hinreißenden Szene von Marcia Bittencourt und Aza Thelandersson treffend und ungemein amüsant „auseinander“ genommen. Die übelsten ,,Macho-Posen“, von denen das gönnerhafte „„Bizepszeigen“ vor der Nase des Kontrahenten noch die Harmloseste ist, werden mit. soviel Detailgenauigkeit, Witz und schauspielerischer Bravour vor dem Publikum entfaltet, daß man geneigt ist, der Brasilianerin Bittencourt ausführliche Studien an der berühmten Copacabana ihres Heimatlandes nachzusagen. Ganz zu schweigen von jener Szene, in der Matting als „Püppchen-Frau“ (Kostüme: Stefanie Deitert, Elke Freitag, Katinka Van Volxem) mit himmelblauen Kulleraugen nicht nur die Aufmerksamkeit der grenzenlos von sich überzeugten „Sexprotze" erregt. Aber auch hier verliert sich der Spaß, denn „Frau“ hat einen Preis zu zahlen für soviel Macht über „Mann“. Das ist dann manchmal gar nicht mehr k rusch anzuschauen, denn Matting macht. Emst r' :r ihrer Darstellung einer bis über die Maße" benutzten und aus gebeuteten Frau, die freilich im nächsten Moment schon wer selbst die Unterdrückerin sein kann. ln all dieser Ausgewogenheit liegt, die Siärke der Inszenierung, die zudem in keinem Moment anklagend oder gar moralisierend den Finger erhebt. Stattdessen wird hier mit einem präzisen Spiel, das konsequent, den Weg von innen nach außen beschreitet (und zur Not auch gnadenlos erforscht), gelacht und geweint, getanzt und gesungen und mit einer riesigen Portion Spaß „einfach nur“ erzählt, erzählt und nochmals erzählt. Dennoch kommt Weber ganz ohne das gesprochene Wort aus, bestätigt er mit dieser Inszenierung ein weiteres  weiteres (gelungenes!) Mal das Konzept des körperorientierten, ganz auf die Bildhaftigkeit der Darstellung vertrauenden Spiels der „Commedia Futura“.

Deister-Leine-Zeitung | 19.10.1995
„Bitte nicht füttern!“ Neues Stück von Comedia Futura
von Christine Fischer

Die neueste Produktion der Theatergruppe in der Eisfabrik handelt vom (Frauen)- Leben. Geburt und Tod sind die Eckpunkte zwischen denen tänzerisch, mit vielen pantomimischen Darbietungen, drei Frauen eine Selbstdarstellung betreiben. Marcia Bittencourt, Monika Matting und Aza Thelanders-son haben in Zusammenarbeit mit Gregor Weber, der zwar Regie führt, aber dennoch Wert auf die künstlerische Freiheit der Darstellerinnen legt, ein Stück erarbeitet, daß die Widersprüchlichkeiten, die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit zeigen soll. Das Thema Kinderbekommen wird dabei ebenso wie das Verhältnis zum eigenen wie zum anderen Geschlecht beleuchtet. Die Inszenierung kommt ohne Sprache aus, sie wirkt durch starke, eindrucksvolle Bilder, Musik, Licht und Bühnenbild. Auch die Kostüme sind sehenswert. Dominierend in der Aufführung sind wie bereits in vorangegangenen Inszenierungen Elemente des Bu-toh-Tanzes, die einerseits eindringliche Vorstellungen her-vorrufen, andererseits aber auch befremden. Dennnoch schafft es das Team, auch die Komik nicht zu kurz kommen zu lassen Ein sehr offenes, eigenwilliges Stück, welches sich bisweilen bis zur Groteske steigert. Das Anliegen der Schauspieler, ein Stück von ihnen, aus sich heraus zu machen, läßt sich ebenso aüf die Zuschauer übertragen von denen jeder eigene Erfahrungen mitbringt und daher in dem Stück vermutlich anderes sieht. Die Interpretationsmöglichkeiten sind zahlreich.

NORDWEST-ZEITUNG | 18.10.1996
Groteskes Spiel mit Abgründen der Seele - Hannoveraner Compagnie „Commedia Futura“ eröffnet 7. Oldenburger Frauenkulturtage mit Szenencollage
von Monika Stockhausen

Zur Eröffnung der 7. Oldenburger Frauenkulturtage, die in diesem Jahr im Zeichen des Tanzes stehen, gastierte die Hannoveraner Tanztheater-Compagnie „Comedia Futura“. Die drei Tänzerinnen Marcia Bittencourt, Monika Matting und Aza Thelandersson präsentierten in der von Gregor Weber inszenierten Szenencollage „Bitte nicht füttern“ ein Stück, das groteskes und witziges Spiel mit den Abgründen der Psyche von Mann und Frau betreibt. Von der Gebürt bis zum Tod spannt sich der zeitliche Rahmen, in dem Lebenssituationen und Verhaltensmuster in oftmals karikierter und über-zeichneter Form dargestellt werden. Man erlebt Szenen von poetischer Zartheit: Ein Beispiel dafür ist die der Geburt, in der der unter einer papiemen Hülle verborgene Körper einer Frau langsam sein schalenartiges Behältnis aufbricht. Dazu kommen Episoden, in denen männliches und auch weibliches Verhalten scharf gezeichnet dargestellt wird: Da streiten sich drei junge Mädchen, die eben noch einträchtig miteinander gespielt haben, um das Puppenspielzeug, bis nur noch Trümmer herumliegen, da zeigen die als junge Männer verkleideten Frauen, wohin männliches Balz- und Imponiergehabe führt, da wird die Erniedrigung der Frau zum Objekt männlicher Begehrlichkeit sichtbar. Die drei Figuren demonstrieren die Selbstvergessenheit in Orgien von Putzbesessenheit und fast psychotischem Waschzwang ebenso wie die fehlende Solidarität der drei einsamen und hinfälligen Greisinnen, die die Spuren ihres Lebens im Sandmeer suchen. Dieses Tanztheater bezieht Wortfetzen und Gestammel, Schreie und Flüstern ebenso in die Bühnenaktion ein, überschreitet also gelegentlich die Grenzen der mit den Mitteln des Körperausdrucks und der Bewegung arbeitenden Kunstform. Die Bewegungen der drei Akteurinnen zitieren nur ganz selten das Vokabular des klassischen oder auch des modernen Tanzes. Dafür prägen sehr spontane, aus den Erfordernissen der jeweiligen Szene heraus entwickelte Bewegungsabläufe das Geschehen auf der Bühne, die nur mit einem Minimum an Requisiten ausgestattet ist. Das knapp eineinhalbstündige Spektakel wurde mit viel Beifall aufgenommen.

StuttgarterNachrichten | 30.08.1996
Längst begriffen - Theater Futura im Rotebühltreff
von B.K.

„Bitte nicht füttern“ ist kein gutes Stück. Marcia Bittencourt, Monika Matting und Aza Thelandersson von der Hannoveraner Truppe „Commedia Futura“ haben es sich ausgedacht und spielen und tanzen im Treffpunkt Rotebühlplatz diese heterogene Mischung aus sprachfreiem Körper- und Tanztheater in der Inszenierung von Gregor Weber auch selbst. Wenn sie wenigstens das klischeehafte Denken der Frauen karikieren würde, was die „Macho“-Szene hoffen läßt, in der die Männer vor allem mit ihren Muskeln und primären Geschlechtsmerkmalen spielen, oder das der Männer, was sich vermuten ließe, wenn die Putzfrau kopfüber im Eimer blubbert und sich selig mit Wischwasser parfümiert. Aber das Stück schlägt gewissermaßen mit einer Klatsche nach allen Fliegen und trifft folglich keine richtig. Die drei ferkel-rosa geschminkten Damen reißen sich als Kinder gegenseitig die Puppen aus den Händen, verhalten sich unerhört kumpelhaft solidarisch, kreischen wie von Sinnen, sind doofe Traumfrau und Mütter von Buenos Aires, schielen entsetzlich (zum Glück schlägt keine Uhr) und bleiben am Ende als greinende, zahnlose Greisinnen zurück. Die Frau in ihrer unerhörten Komplexität sozusagen. Das ist ausgewalzt, agitiert, während wir doch längst alles begriffen haben, unverdrossen weiter, oft nervend laut und peinlich albern. Derweil dudelt Gerd Jacobs Klangkollage aus Japanpop, Orff, Tschaikowsky, Tango nuevo und Windgeräuschen vor sich hin. Sehr schön das Bühnenbild von Wolfgang A. Piontek mit seinen marmorierten durchbrochenen Wänden. Den männlichen Zuschauern blieb wenigstens der Trost, daß Frausein alleine nicht genügt, um besseres Theater zu machen.

Hannoversche Allgemeine Zeitung | 26.09.1995
Commedia Futura überzeugt mit ihrer neuen Tanztheater-Produktion „Bitte nicht füttern" - Szenen aus dem Frauenleben
von Simone David

Vor einem einsam angestrahlten Papierkokon sitzt eine Frau. Sie dreht dem Publikum den Rücken zu und bewegt ihren Oberkörper mit einem leichten Wiegen hin und her. Leise raschelnd, kommt jetzt auch Bewegung in den Kokon, und während sich mit unbeholfenen Bewegungen Stück für Stück ein nacktes Wesen aus der papiernen Hülle schält, schreitet im Hintergrund eine krummgebeugte Gestalt mit vorgerecktem Kinn die rückwärtige Bühnenwand ab. Alles geschieht in einem gleichmäßigen Zeitlupentempo und ist dennoch geprägt von einer starken, inneren Spannung. Am Ende löst sich die Szene auf in eine Darstellung von Geburt, Jugend und Alter. Der Zuschauer wird in den kommenden achtzig Minuten seine Aufmerksamkeit nicht mehr abwenden von einem Stück, dessen Verlauf und Thema in diesem komprimierten Anfangsbild schon zusammengefaßt sind.

„Bitte nicht füttern“ ist der Titel des Abends. Unter der Regie von Gregor Weber befaßt sich die jüngste Produktion der Commedia Futura in der Eisfabrik - ihrem Stammhaus in Hannovers Südstadt - in einer ebenso impulsiv wie streng choreographiert wirkenden Szenencollage mit einem Frauenleben zwischen Geburt und Alter, so wie es „Frau“ sieht und vor allem empfindet. Denn die Grundlage des Stückes lieferten mit einer selbst getroffenen Auswahl an Texten die drei Darstellerinnen Monika Matting, Marcia Bittencourt und Äza Thelandersson. Doch das ist nur ein kleiner Teilaspekt, entscheidender ist die Lust der Schauspielerinnen an Improvisation und bedingungsloser Selbstdarstellung, ist ihr bewundernswerter Mut zu Häßlichkeit.

So entstand ein Bilderreigen, der, wohlabgestimmt mit dem ebenso schlichten wie wirkungsvollen Bühnenbild von Wolfgang Piontek, immer wieder aufs neue zu packen verstand. Ständig erfahren die einzelnen Szenen eine Steigerung (sehr schön unterstrichen durch die Musik von Gerd Jacob und das Licht von Wolfgang Denker), die den Zuschauer kopfüber in eine Mischung aus Schrecken und Spaß stürzt.

Auch die Männer bekommen ihr Fett weg, werden sie doch in einer hinreißenden Szene von Marcia Bittencourt und Äza Thelandersson treffend und ungemein amüsant „auseinander“ genommen. Ganz zu schweigen von jener Szene, in der Monika Matting als „Püppchen-Frau“ (Kostüme: Stefanie Deitert, Elke Freitag, Katinka Van Vol-xem) mit himmelblauen Kulleraugen nicht nur die Aufmerksamkeit der grenzenlos von sich überzeugten „Sexprotze“ erregt.

Hier verliert sich der Spaß, denn „Frau“ hat einen Preis zu zahlen für soviel Macht über „Mann“. Das ist dann manchmal gar nicht mehr komisch anzuschauen, denn Matting macht Ernst mit ihrer Darstellung einer bis über die Maßen benutzten und ausgebeuteten Frau, die freilich im nächsten Moment schon wieder selbst die Unterdrückerin sein kann.

In dieser Ausgewogenheit liegt die Stärke der Inszenierung, die zudem in keinem Moment moralisierend den Finger erhebt. Dennoch kommt Weber ganz ohne das gesprochene Wort aus, bestätigt er mit dieser Inszenierung ein weiteres (gelungenes!) Mal das Konzept des körperorientierten, ganz auf die Bildhaftigkeit der Darstellung vertrauenden Spiels des Ensembles der Commedia Futura.

Neue Presse | 30.09.1996
Wo bleibt die Kontrolle und wo der Verstand - Commedia Futura spielt noch zweimal „Bitte nicht füttern"
von Jörg Worat

Die letzte Chance: Nur noch an diesem Wochenende fordert Commedia Futura in der Eisfabrik „Bitte nicht füttern". Das Tanztheaterstück mit dem zoologischen Titel wird heute und morgen gespielt, jeweils ab 20 Uhr. Drei Frauen (eine Brasilianerin, eine Deutsche, eine Dänin) zeigen unter der Regie eines Mannes Szenen aus dem weiblichen Leben. Da geht's mitunter heftig zur Sache, wird die Dame zur Herrin und „stranguliert" die tumben Macho-Männer an den Krawatten. Komik fehlt keineswegs: Beim Tango-Duett scheinen einer Partnerin sowohl die Kontrolle über die Gliedmaßen als auch der Verstand abhanden gekommen zu sein. Wie ein kopfloses Huhn zappelt das arme Geschöpf herum und muß ständig mehr oder minder gewaltsam zum halbwegs korrekten Tanz zurückgeholt werden.
Mit fader Emanzen-Belusti-gung hat dieses Stück nichts zu tun, dafür ist es viel zu abgeklärt und vielschichtig. Was auch außerhalb Hannovers auffiel - die Commedia wurde mit „Bitte nicht füttern" schon nach Stuttgart und Oldenburg eingeladen.

Plakat:
Bitte nicht füttern
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